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Atemübungen für sofortige Entspannung im stressigen Alltag
Frankfurter Pendler und Büroangestellte setzen auf einfache Atemtechniken, um die Anspannung in der Mittagszeit zu bewältigen, ganz ohne Schreibtisch oder Fahrradweg verlassen zu müssen.
Wie wir berichtet haben
Büroangestellte entlang des Bockenheimer Korridors legen nach den Meetings um 14 Uhr inzwischen 90 Sekunden strukturierter Atemübungen ein, wenn die E-Mail-Flut überhandnimmt.
Der Alltag in Frankfurt ist in diesem Jahr spürbar enger geworden: Hybride Arbeitsmuster bringen immer mehr Menschen bereits vor der Morgendämmerung in überfüllte S-Bahnen und auf die Radwege am Mainufer. Die Folge ist ein dokumentierter Anstieg von Stressspitzen zur Mittagszeit, die werktags zwischen 11 und 15 Uhr auftreten.
Frankfurter Orte, wo Atemübungen in den Alltag passen
Im Grüneburgpark finden dienstags und donnerstags um 7:15 Uhr Gruppeneinheiten am Eingang beim Spielplatz statt. Auf dem Mainuferweg zwischen dem Eisernen Steg und der Deutschherrnbrücke laden ruhige Bänke Radfahrerinnen und Radfahrer zum kurzen Durchatmen ein. Das ambulante Wellness-Angebot des Universitätsklinikums Frankfurt auf dem Theodor-Stern-Kai bietet seit März letzten Jahres offene Atemkurs-Slots für Mitarbeitende und Anwohner an.
Ein interner Bericht des Klinikums aus dem Jahr 2025 verzeichnete in den ersten sechs Monaten 1.240 Teilnehmende; die selbst eingeschätzten Entspannungswerte stiegen nach einer einzigen vierminütigen Sitzung im Durchschnitt um 28 Prozent. Die Kurse kosten 12 Euro für Nicht-Mitglieder und werden im Physiotherapiebereich im Erdgeschoss des Klinikums abgehalten.
Drei Techniken, die in weniger als zwei Minuten wirken
Die 4-7-8-Methode beginnt mit einem Ausatmen durch den Mund, gefolgt von einem stillen Einatmen durch die Nase über vier Zählschritte, einem Halten über sieben und einem Ausatmen über acht Zählschritte. Wer in der Nähe des Universitätsklinikums praktiziert, empfiehlt, den Zyklus dreimal in einem Café am Reuterweg sitzend zu wiederholen. Beim Box-Breathing, das manche Radfahrerinnen und Radfahrer an der Ampel am Opernplatz anwenden, wechseln sich Einatmen, Halten, Ausatmen und erneutes Halten ab, jeweils über vier Zählschritte. Der sogenannte physiologische Seufzer, zwei rasche Atemzüge durch die Nase, gefolgt von einem langen Ausatmen durch den Mund, erfordert kein Zählen und lässt sich in der U-Bahn anwenden, wenn die Züge zwischen Hauptwache und Konstablerwache stehen bleiben.
Wer sich die Gewohnheit aneignen möchte, kann schon morgen auf der gewohnten Strecke beginnen: ein Durchgang am Eingang des Grüneburgparks vor der Arbeit und ein weiterer auf dem Heimweg entlang des Mains. Wer eine individuelle Beratung benötigt, sollte einen Termin über das ambulante Empfangspersonal des Klinikums buchen, anstatt sich selbst zu behandeln.